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Koexistenz
Anbau 2008


Erprobungsanbau mit gentechnisch verändertem Mais
 

Koexistenz ist machbar – Impuls für ein Mit- und Nebeneinander verschiedener Anbauformen in der Praxis

Landwirte setzen gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen weltweit in steigendem Maße in der Praxis ein. In Europa ist der rechtliche Rahmen sowohl für deren Anbau als auch für den Import entsprechender Produkte geregelt. Während es bereits seit nahezu 10 Jahren umfangreiche Importe in die EU gibt, ist der Anbau derzeit allerdings nur marginal. Um hier der Landwirtschaft die Wahlfreiheit zu ermöglichen, ist ein faires Mit- und Nebeneinander von gentechnisch veränderten und nicht gentechnisch veränderten Pflanzen von entscheidender Bedeutung. Die Europäische Kommission hat den Mitgliedsländern hierzu Leitlinien an die Hand gegeben. Ziel ist es, keine der Anbauformen zu benachteiligen oder gar auszuschließen.

Auf diesen Leitlinien aufbauend, sind die Mitgliedsstaaten gefordert, praktikable Maßnahmen zu erarbeiten. Dabei sind kulturpflanzenspezifische, regionale und betriebliche Gegebenheiten unter Beachtung des geltenden Gemeinschaftsrechts zu berücksichtigen. Monsanto unterstützt den damit gegebenen Impuls für eine Markteinführung von gv Pflanzen in die europäische Landwirtschaft. Basierend auf langjährigen Erfahrungen sind wir von der Machbarkeit der Koexistenz der verschiedenen Anbauformen überzeugt.

Denn Koexistenz ist kein neues Phänomen. Ein verträgliches Nebeneinander von Sorten ein und derselben Kulturart ist bereits Realität. Die Landwirtschaft produziert schon heute Rohstoffe für sehr unterschiedliche Verwendungszwecke (Brotweizen / Futterweizen; Ölsäure- / Linolsäure- / Linolensäure- / Erucasäure-Typen bei den Ölpflanzen; Futtermais / Körnermais / Gemüsemais etc). Dies gewährleistet Produktvielfalt und Wahlfreiheit für den Verbraucher.

Aus dem bisherigen Miteinander bestehen umfangreiche und jahrzehntelange Erfahrungen mit den "Regeln guter landwirtschaftlicher Praxis“. Diese können auch in Bezug auf die Koexistenz ein verträgliches Nebeneinander der verschiedenen landwirtschaftlichen Anbauformen gewährleisten. Monsanto ist der Überzeugung, dass die "Regeln guter landwirtschaftlicher Praxis" betriebsbezogen und kulturartenspezifisch angewendet werden müssen. Vorschnelle gesetzliche Restriktionen würden zu Lasten einer tatsächlichen Wahlfreiheit gehen. Gefragt sind vielmehr praktische Anbauempfehlungen.

Monsanto Deutschland GmbH, Dr. Andreas Thierfelder

Erprobungsanbau 2004 in Deutschland – Zahlen und Fakten

  • Im Jahr 2004 lief in Deutschland im Zeitraum Mai bis Oktober an 28 Standorten auf insgesamt 300 Hektar ein Erprobungsanbau mit gentechnisch verändertem Mais von Monsanto. Die Standorte befanden sich in sieben Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
     
  • Der angebaute Bt-Mais (MON810) ist mit einer Schädlingsresistenz gegen den Maiszünsler ausgestattet. Umwelt- und Gesundheitsprüfungen belegen seine Unbedenklichkeit. Die Maissorte MON810 ist seit 1998 für den Anbau und die Verwendung als Lebens- und Futtermittel in der EU zugelassen.
     
  • Im Rahmen des Erprobungsanbaus sollten mögliche Einträge gentechnisch veränderter Bestandteile in Erntepartien von angrenzenden konventionellen Maisbeständen gemessen werden.
     
  • Auf der Basis der zu ermittelten Daten sollen verlässliche Regeln für eine Koexistenz im Maisanbau mit und ohne Gentechnik in Deutschland entwickelt werden.
     
  • Die nun vorliegenden Ergebnisse für Silomais, haben gezeigt, dass Koexistenz beim Anbau von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais in Deutschland machbar ist. Damit wurden bereits vorliegende wissenschaftliche Erkenntnisse aus Spanien, Frankreich und Deutschland im kommerziellen Maßstab bestätigt. Die Ergebnisse für Körnermais stehen noch aus.
     
  • Der Anteil von GVO-Spuren in Ernteproben unmittelbar angrenzender konventionellen Maisbestände nahm mit wachsender Distanz zum Bt-Mais rapide ab. Wesentliche GVO-Einträge (über 0,9 Prozent) wurden vornehmlich innerhalb eines unmittelbar an den Bt-Mais angrenzenden, 10 Meter breiten Streifens festgestellt. Ernteproben aus größerer Distanz (20-30 oder 50-60 Meter) wiesen in der Regel geringere GVO-Spuren auf.

Empfehlungen für den Anbau

  • Maisanbauer in Deutschland sollten bei ihrer Anbauplanung davon ausgehen, dass Erntepartien von konventionellem Mais, die aus einem unmittelbar an ein Bt-Maisfeld angrenzenden, 10 Meter breiten Randstreifen stammen, als gentechnisch verändert zu kennzeichnen wären. Bei größeren Distanzen kann man mit einem GVO-Gehalt unterhalb des Kennzeichnungsschwellenwertes von 0,9 Prozent rechnen.
     
  • Bei größeren konventionellen Maisflächen kommt dem GVO-Gehalt des Randstreifens in Bezug auf eine Kennzeichnung keine Bedeutung zu; bei Erntepartien solcher Flächen ist generell nicht mit einer Kennzeichnungspflicht zu rechnen.
     
  • Landwirten, die zukünftig gv-Mais direkt neben konventionellem Mais anbauen wollen, kann daher empfohlen werden, bei der Anlage ihrer Felder um die Flächen mit gv-Mais herum einen Trennstreifen mit konventionellem Mais von 20 Metern Breite anzulegen. Dadurch kann eine wesentliche Beeinträchtigung eines Nachbarn durch Einträge in die benachbarte Erntepartie und eine damit eintretende Kennzeichnungspflicht vermieden werden.
     
  • Bei größeren konventionellen Maisflächen kann – nach Absprache der Nachbarn – der gv-Mais sogar direkt angrenzend ohne Trennstreifen angebaut werden, ohne dass es zu einer Überschreitung des Kennzeichnungs¬schwellenwertes der betreffenden Erntepartie kommt.
     
  • Verbraucher und Landwirte können sich auf der Website www.erprobungsanbau.de über die Grundlagen, Ziele und vorläufigen Ergebnisse des Erprobungsanbaus informieren. Die Website bietet weiterhin Informationen zum Thema Koexistenz und zum Rechtsrahmen des Anbauprogramms.

DOKUMENTATION

Sonderdruck "mais" 1+2/2005 - Koexistenz von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais
PDF, deutsch, 387KB

Sonderdruck "mais" 01/2005 - Koexistenz von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais
PDF, deutsch, 476KB

Hintergrunddokumentation des InnoPlanta e.V. vom 24.11.2005
Erkenntnisse aus dem Erprobungsanbau 2004 – Koexistenz von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais
PDF, deutsch, 115KB
PDF, englisch, 112KB

PRESSEMITTEILUNGEN

Pressemitteilung der Märkischen Kraftfutter GmbH und der Monsanto Agrar Deutschland GmbH vom 14.01.2005
Privater Agrarhandel setzt Zeichen bei der Koexistenzsicherung
PDF, deutsch, 309KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 14.01.2005
Anbau von gentechnisch verändertem Mais im Jahr 2005: Koexistenz ist machbar
PDF, deutsch, 33KB

Pressemitteilung des Landes Sachsen-Anhalt und des InnoPlanta e.V. vom 24.11.2004
Erprobungsanbau mit gentechnisch verändertem Mais zeigt: Koexistenz ist machbar
PDF, deutsch, 94KB
PDF, englisch, 93KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 03.11.2004
Künast erkennt Erprobungsanbau an
PDF, deutsch, 36KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 08.10.2004
Erprobungsanbau mit Bt-Mais: Erste Erntephase ist abgeschlossen
PDF, deutsch, 40KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 25.08.2004
Erprobungsanbau mit Bt-Mais läuft planmäßig
PDF, deutsch, 36KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 09.06.2004
Positive Resonanz auf das Service-Telefon für den Erprobungsanbau
PDF, deutsch, 36KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 26.05.2004
Landwirte und Verbraucher informieren sich über Erprobungsanbau
PDF, deutsch, 36KB

Pressemitteilung des InnoPlanta e.V. vom 19.05.2004
Erprobungsanbau mit gentechnisch verändertem Mais ist transparent
PDF, deutsch, 40KB

Pressemitteilung von PG Economics zum Graham Brookes Report vom 16.05.2004
Koexistenz von GV und Nicht-GV-Agrarpflanzen
PDF, deutsch, 54KB

Pressemitteilung der Monsanto Agrar Deutschland GmbH vom 05.05.2004
GENTECHNISCH VERÄNDERTER MAIS VON MONSANTO IM ERPROBUNGSANBAU IN DEUTSCHLAND
PDF, deutsch, 22KB

Pressemitteilung der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie vom 10.10.2003
Koexistenz – das Miteinander verschiedener Anbauformen in der landwirtschaftlichen Praxis
PDF, deutsch, 84KB


 

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