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Roundup® ist sicher für die Natur
Es gibt keine Veranlassung an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Roundup® -Produkten in Bezug auf Amphibien zu zweifeln

Der Wissenschaftler Rick Relyea von der Universität Pittburgh zieht auf der Basis eigener Studien die Schlussfolgerung, dass eine Produktgruppe des Herbizids Roundup® in der Praxisanwendung schädigend auf Amphibien wirkt.

Diese Schlussfolgerung ist unbegründet und irreführend.

Die bezugnehmenden Publikationen sind erschienen in der Zeitschrift Ecological Applications1).

Die Resultate zeigen zwar, dass bei Anwendung von für den Heim- und Gartenbereich in den USA und Kanada konzipierten Roundup® -Produkten auf künstliche Wasseroberflächen, eine hohe Sterblichkeitsrate bei verschiedenen Amphibienarten darunter einigen Froscharten, ausgelöst wird. Da aber für diese Produktgruppe eine solche Benutzung ausgeschlossen wurde, würde es sich um eine unsachgemäße und illegale Anwendung handeln.

Zur Bekämpfung von Wasserpflanzen sind spezielle Pflanzenschutzmittel-Formulierungen basierend auf dem in Roundup® befindlichen Wirkstoff Glyphosat in den USA zugelassen. Deren Risikobewertung zeigt bei ordnungsgemäßer Anwendung ein vertretbares Umweltrisiko für Amphibien und andere im Wasser lebende Organismen.

Die Studien unter die Lupe genommen

Gewähltes Versuchsdesign
Die Veröffentlichungen stellen die Ergebnisse von 2 bis 3-wöchigen Studien vor. Es werden die Effekte nach der Anwendung verschiedener Pflanzenschutzmittel – darunter in den USA vertriebene Roundup® -Produkte für den Haus- und Gartenbereich - auf aquatische Lebensgemeinschaften, darunter Algen und 21 aquatische Tierarten einschließlich 6 Amphibienarten, untersucht. Als Lebensraum dienten 1.000 Liter Wasser fassende Behälter (Tanks). Die Roundup® -Produkte wurden auf die Wasseroberfläche appliziert in einer Konzentration von 2,9 bzw. 1 Milligramm Wirkstoff (Glyphosat) pro Liter. Die Anwendungsmengen entsprechen den in den USA und Kanada empfohlenen Mengen. Dies gilt allerdings für die kleinflächige Bekämpfung von Unkräutern im Haus- und Gartenbereich, während Wasseroberflächen ausgenommen sind.

Ergebnisse
Der Autor berichtet über eine nahezu 100%ige Sterblichkeitsrate bei Kaulquappen der Froscharten Rana pipiens, Hyla versicolor und Rana sylvatica; keine signifikanten Effekte wurden beobachtet bei den Arten Bufo americanus, Pseudacris crucifer und der Salamanderart Ambystoma maculatum.

Zusammenfassende Kommentierung
Die Studien untersuchen weder ein natürlich vorkommendes Feuchtgebietesystem noch repräsentieren sie realistische Anwendungsbedingungen für Roundup® -Produkte oder sonstige glyphosathaltige Pflanzenschutzmittelformulierungen von Monsanto.

  • Weder in den USA noch in Kanada sind Roundup® -Produkte zugelassen für die Anwendung auf Wasseroberflächen.
  • Glyphosathaltige Produkte, die für die Anwendung über Wasserflächen eigens entwickelt wurden (z.B. AquaMaster™), zeichnen sich durch ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit in Bezug auf aquatische Lebewesen – darunter solche, die in der Studie untersucht wurden – aus.
  • Im Vergleich zu landwirtschaftlichen Anwendungen wird in den Studien das Roundup® -Produkt unrealistisch und illegal, bis zu siebenfach überdosiert. Darüber hinaus erlaubt in der Realität die in der Mehrzahl der praktischen Anwendungen eingesetzte Ausbringungstechnik die gezielte Aussparung von stehenden Gewässern.
  • Typische Anwendungsmengen, wie sie in der Rasenerneuerung, im Zierpflanzenbau oder im industriellen Bereich/Verkehrswegemanagement (genehmigungspflichtig) eingesetzt werden, sind ebenfalls deutlich niedriger als die in der Studie angewendeten Konzentrationen.
  • Die für die forstwirtschaftlichen Anwendungen zugelassenen glyphosathaltigen Produkte haben in anderen Studien unter Verwendung realistischer Anwendungsmengen und –methoden in natürlichen Feuchtgebieten keine negativen Effekte gegenüber aquatischen Lebewesen gezeigt. Dies gilt auch für die in der hier vorliegenden Studien berücksichtigten Amphibien.

Im Vergleich mit öffentlich verfügbaren Daten zur Toxizität von Roundup® -Produkten, des Netzmittels POEA, sowie Glyphosat liefert die Studie im Gegensatz zur Einschätzung des beteiligten Wissenschaftlers keine neuen Erkenntnisse.

     
    Roundup® ist sicher für die Natur    
       
    > Unbedenklichkeit von Roundup® auf Amphibien  
    > Hintergrundinformationen  
       

Weiterführende Literatur

Giesy JP, Dobson S, Solomon KR (2000). Ecotoxicological risk assessment for Roundup herbicide. Rev Contam Toxicol 167: 35-120.

Thompson DG, Wojtaszek BF, Staznik B, Chartrand DT, Stephenson GR (2004). Chemical and biomonitoring to assess potential acute effects of Vision® herbicide on native amphibian larvae in forest wetlands.  Environ Toxicol Chem 23:843-849

U.S. EPA.(1993). Reregistration Eligibility Decision (RED) Glyphosate. United States Environmental protection Agency p.5. http://www.epa.gov/oppsrrd1/REDs/old_reds/glyphosate.pdf [6MB]

Wang N., Besser, J.M., Buckler, D.R., Honegger J.L, Ingersoll C.G., Johnson B.T., Kurtzweil M.L., MacGregor j., McKee, M.J. (2005) Influence of sediment on the fate and toxicity of a polyethoxylated tallowamine surfactant system (MON 0818) in aquatic microcosms. Chemosphere 59, 545–551

1) Relyea, R.A. 2005. The Impact of Insecticides and Herbicides on the Biodiversity and Productivity of Aquatic Communities. Ecological Applications 15: 618-627.
Relyea, R.A. 2005. The Lethal Impact of Roundup on Aquatic and Terrestrial. Ecological Applications 15: 1118-1124.
Relyea, R.A. et al. 2005. Amphibians Pesticides and Amphibians: The Importance of Community Context. Ecological Applications 15: 1125-1134.

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