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Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft bestätigt ökologische Vorteile von Bt-Mais
In vierjährigen Feldversuchen von 2000 bis 2003 erforschte die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Umweltwirkungen von Bt-Mais. Der Mais verfügt über ein Gen, das aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis stammt. Pflanzenzüchter haben dieses Gen, das dem Mais einen sicheren Schutz gegen den Maiszünsler verleiht, dem Erbgut des Maises (Bt-Mais) hinzugefügt.
Getestet wurde die Bt-Maishybride Novelis (MON810) im vergleichenden Anbau mit der konventionellen, isogenen Sorte Nobilis. „Isogene Sorte“ bedeutet: Es handelt sich um die identische Sorte mit Ausnahme des Bt-Gens. Die Hälfte der Versuchsanlage wurde mit einem Insektizid (Pyrethroid) behandelt. Damit wollte man erforschen, ob sich gegenwärtig praxisübliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Maiszünslers in ihren ökologischen Auswirkungen von Bt-Mais unterscheiden.
Die Ergebnisse zeigen, dass von Bt-Mais keinerlei Beeinträchtigungen für Bodenorganismen ausgehen: Regenwürmer und Nematoden gediehen auf Bt-Mais-Feldern genauso gut wie auf Äckern mit konventionellem Mais. Außerdem zeigte Bt-Mais keine statistisch nachweisbaren Effekte auf Spinnen und die meisten Insekten. Das heißt, Blattläuse, Zikaden, Thripse, Schlupfwespen, Florfliegen, Schwebfliegen, Marienkäfer, Raubwanzen und Spinnen wurden durch Bt-Mais nicht oder so gut wie nicht beeinträchtigt. Die sehr spezifische Wirkungsweise des Bt-Proteins wurde damit bestätigt.
Weil das Bt-Protein eine spezifische Wirkung gegen den zur Ordnung der Lepidopteren zählenden Maiszünsler aufweist, konnte man eine gewisse Schädigung anderer Schmetterlinge vor den bayerischen Untersuchungen nicht ausschließen. Denn Schmetterlingsraupen nehmen, wenn Sie an Maisfeldrändern an ihren Futterpflanzen fressen, zur Blütezeit des Maises manchmal eine kleine Menge Maispollen mit auf. Auch dieser enthält das Bt-Protein. Die Untersuchungen der LfL haben aber gezeigt, dass unter Freilandbedingungen eine Gefährdung anderer Schmetterlinge unwahrscheinlich ist. Das hängt damit zusammen, dass der Bt-Proteingehalt des Pollens von MON810-Maissorten so gering ist, dass er mit üblichen Messmethoden kaum zu erfassen ist. Selbst bei sehr viel höheren Bt-Proteingehalten, als sie in Pollen von MON810-Mais auftreten, kann eine Schmetterlingsraupe in der Regel unter Freilandbedingungen gar nicht so viel Pollen aufnehmen, um sich dadurch ernsthaft zu schädigen.
Eines machten die Studien aus Bayern nochmals ganz klar: Der Anbau von Bt-Mais ist für sämtliche Spinnen und Insekten in und um Maisfelder weit schonender als die in der Regel heutzutage übliche Pyrethroid-Anwendung gegen den Maiszünsler. Somit ist von unabhängiger Seite nachgewiesen worden, dass der Anbau von Bt-Mais ein ökologisch ausgesprochen verträgliches Verfahren darstellt.
Aus ihren vierjährigen, umfangreichen Feldversuchen ziehen die Versuchsansteller der LfL folgendes Fazit:
„Abschließend ist festzustellen, dass mit dem Anbau von Bt-Mais, der eine effektive Bekämpfung des Maiszünslers ermöglicht, nach vorliegendem Kenntnisstand keine anderen Risiken und Nebenwirkungen verbunden sind, als durch die Anwendung von seit vielen Jahren auch im Ökolandbau zugelassenen Bacillus-thuringiensis-Präparaten.“
Monitoring der Umweltwirkungen des Bt-Gens, Forschungprojekt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz [PDF, 1.65MB]
Ein weiteres, an der RWTH Aachen unter der Leitung von Professor Ingolf Schuphan durchgeführtes Projekt untersuchte den Einfluss des Bt-Proteins Cry1Ab, das auch in Bt-Mais vorhanden ist, auf Springschwänze (Collembolen). Springschwänze sind kleine, meist etwa 1 bis 2 mm große Insekten, von denen man bisher in Europa etwa 1.500 Arten kennt. Sie kommen im Boden in großen Individuenzahlen vor und sind an Zersetzungsvorgängen organischer Substanz (Humusbildung) maßgeblich beteiligt. Daher haben sie eine erhebliche Bedeutung für die Bodenbiologie.
Im Labor erforschte man, wie sich das isolierte Cry1Ab-Protein auf die Collembolenart Folsomia candida auswirkte. Die Wissenschaftler konnten dabei keinerlei akute Toxizität auf diese Insektenart feststellen. Außerdem hemmte das Bt-Protein auch die Reproduktion der Springschwänze nicht. Nahm man nicht das isolierte Protein, sondern Bt-Mais, zeigte sich ebenfalls, dass kein negativer Einfluss auf diese Insektenart gefunden werden konnte.
Neben den Laborversuchen führten die Aachener Wissenschaftler Freilanduntersuchungen durch, um festzustellen, ob der Anbau von Bt-Mais Auswirkungen auf Springschwänze und Bodenmilben hat. Auch hier war zu keinem Zeitpunkt ein statistisch gesicherter Unterschied zwischen Bt-Maisparzellen und mit konventionell gezüchtetem Mais bestellten Flächen zu finden.
Weitere Freilandexperimente brachten die Erkenntnis, dass Bodenmikroorganismen (Bakterien, Pilze, Einzeller) durch Bt-Mais ebenfalls nicht beeinflusst werden. Denn die mikrobielle Aktivität im Boden war in Bt-Maisflächen und in Parzellen mit konventionellem Mais nicht unterschiedlich.
Fazit der Aachener Forschungsarbeiten:
Wichtige Bodenorganismen, wie Springschwänze und Milben, werden vom Bt-Maisanbau in keiner Weise beeinträchtigt. Denn es haben sich zwischen Bt-Maisflächen und Äckern mit konventionellem Mais keine Unterschiede nachweisen lassen. Dasselbe gilt für die Bodenmikroorganismen.
Monitoring der ökologischen Auswirkungen insektenresistenter Kulturpflanzen mit rekombinanten Bacillus thuringiensis Toxin-Genen - Auswirkungen auf insektenpopulationen im Agrarbereich [PDF, 1.8MB]
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