1939-1945
Der zweite Weltkrieg erschüttert die Welt. 1943 In Texas City wird auf Anordnung der US-Regierung ein Werk
zur Produktion von Styrolmonomer gebaut, einem wichtigen
Rohstoff für Synthesekautschuk, der im Zweiten Weltkrieg
von den Alliierten benötigt wurde. Das Werk wird 1986
verkauft. 1947
Die Katastrophe von Texas City: Am 16. April gerät
ein in der Nähe des Monsanto-Werks vor Anker liegendes
Schiff, das
mit Ammoniumnitratdünger beladen ist, in Brand und
explodiert. Durch die Explosion werden die Stadt Texas City
und das Monsanto-Werk zerstört. Über 500 Menschen
finden den Tod. Im einem besonderen Brief an die Aktionäre, Mitarbeiter
und andere Betroffene vom 30. April 1947 schreibt Edgar
Queeny: "Sobald wir die Nachricht von der furchtbaren
Katastrophe in Texas City erhielten, sind Mr. Rand [der
damalige Präsident von Monsanto] und ich (...) zum
Unglücksort geflogen.
Unser Lager (eine Stahl- und Ziegelsteinkonstruktion) und
auch das Hauptkraftwerk waren dem Erdboden gleichgemacht.
Durch den Druck der Explosion stürzten die Mauern der
Fertigungsgebäude ein, die Fenster des Bürogebäudes
und der Labors zersplitterten, die Dächer wurden abgetragen
und die Pipelines, die brennbare Flüssigkeiten führten,
zerbarsten. Eine riesige Welle kam vom Hafenbecken, in dem
das Schiff vor Anker lag, und überflutete den gesamten
Bereich, während sich das aus den lecken Pipelines
und Lagertanks entweichende Benzol, Propan und Ethylbenzol
durch die Hitze der Explosion entzündeten. Die am Boden
liegenden Menschen wurden durch die wilden und heftigen
Brände, die sich aus diesen brennbaren Flüssigkeiten
speisten, verbrannt. Stahlträger und -stützen
verdrehten sich oder schmolzen dahin. Die Brände verhinderten wirksame Rettungsmaßnahmen
und wüteten zwei Tage. Von ihnen stieg ein kilometerlanger
Vulkandocht auf, der sich mit den riesigen Rauchsäulen
der nahegelegenen Lagertanks der Ölraffinerien verband
und einen pechschwarzen Schatten über der verwüsteten
und untröstlichen Gemeinde legte (...). Wir schätzen,
dass zum Zeitpunkt des Unglücks 451 Personen im Werk
waren. Davon wurden 154 entweder getötet oder werden
vermisst und gelten als tot. Mehr als 200 mussten ärztlich
behandelt werden. 95 der Schwerverletzten befinden sich
noch immer im Krankenhaus." 1947
In Indien wird ein Verkaufsbüro eröffnet. 1950
Chemstrand, ein Gemeinschaftsunternehmen mit American Viscose,
wird zur Herstellung von synthetischen Fasern gegründet.
Chemstrand produziert die Acrylfaser Acrilan, die von Monsanto
entwickelt wurde, und Nylon, das von DuPont lizensiert wurde.
Zehn Jahre nach der Gründung wird die Chemstrand Corporation
ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von Monsanto.
Heute ist die Solutia Inc. weltweit die Nr. 1 bei Acrylfasern
und die Nr. 2 bei Nylon. 1951 In Brasilien und Japan werden Geschäftsbetriebe gegründet. 1953
General Motors bringt den Sportwagen Corvette auf den Markt.
Als die Corvette die Fertigung in St. Louis verlässt,
ist das nicht nur für General Motors, sondern auch
für Monsanto ein bedeutender Moment. Zum ersten Mal
wurde das Chassis eines Wagens aus verstärkter Glasfaser
gefertigt. Die Glasfaser enthielt das von Monsanto produzierte
Zwischenprodukt Maleinsäureanhydrid. 1954 Mobay wird als Gemeinschaftsunternehmen mit Bayer gegründet,
um an der Isozyanat-Chemie zu arbeiten. (Bayer übernimmt
1967 das gesamte Unternehmen.) 1955
Der Bau des Gebäudes N auf dem Creve Coeur-Gelände
in St. Louis beginnt. 80 verschiedene Kunststoffanwendungen
kommen dabei zum Einsatz und zum ersten Mal wird laminierter
Kunststoff als Konstruktionselement eingesetzt. Nach der
Fertigstellung im Jahr 1957 wird das Gebäude zum wichtigsten
Forschungszentrum für die (damalige) Abteilung "Anorganische
Chemie". 1955
Erwerb von Lion Oil, vor allem für die Versorgung
mit petrochemischen Ausgangsstoffen. Durch Lion Oil ist
Monsanto zeitweise auch im Düngemittelgeschäft
tätig. Außerdem kommen die Kohlenwasserstoff-Technologie,
eine Öl- und Gasraffinerie sowie ein Tankstellennetz
hinzu. Raffinerie und Tankstellen werden 1972 verkauft.
1955
Monsanto ist das weltweit erste Unternehmen, das die Computertechnologie
von IBM zur Datenverarbeitung einsetzt. Der IBM-702 Computer
befindet sich heute in der Smithsonian Institution in Washington,
D.C. 1956 Das Randox-Herbizid für Mais kommt auf den Markt. 1957
Monsanto verlegt seinen Stammsitz von der South Second
Street in St. Louis in den Vorort Creve Coeur. 1957
Kunststoffe, Kunstharze und Oberflächenbeschichtungen
machen 30 Prozent des Umsatzes von Monsanto aus, Arzneimittel,
Aromen und Gewürzstoffe 4 Prozent.
Erwerb von fünfzig Prozent der Plax Corporation. Monsanto
steigt in die Kunststoffflaschen-Technologie ein. 1957
Das Vegadex-Herbizid gegen einjährige Unkrautgräser
und bestimmte breitblättrige Unkrautarten kommt auf
den Markt. 1957-1959 Monsanto wird Sponsor der Wissenschaftsshow "Conquest",
die von dem bekannten amerikanischen Journalisten Eric Sevareid
moderiert wird. Die Show deckt eine Reihe interessanter
Themen ab: im Fernsehen übertragene Operationen am
offenen Herzen, die ersten Bilder eines Atomkerns im Fernsehen,
die Diskussion der moralischen Fragen, die die Genforschung
aufwirft, und die Prognose, dass Viren eines Tages im Labor
gezüchtet werden. 1959 Mit der Eröffnung eines Werks zur Herstellung von
hochreinem Silikon beginnt die Fertigung von Ausgangsstoffen
für die Elektronikindustrie (1989 verkauft) 1957
Die Fome-Cor Corporation wird als Gemeinschaftsunternehmen
zu gleichen Teilen mit der St. Regis Paper Co. gegründet.
1964 übernimmt Monsanto 100 Prozent des Unternehmens.
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