Im Jahr 2001 feiert Monsanto sein 100-jähriges Firmenjubiläum.
Die Chronologie der Unternehmensentwicklung von Monsanto
ist mit "Century Old, Brand New" (ein Jahrhundert
alt und doch brandneu) überschrieben und gliedert sich
in einzelne Abschnitte. 1919
Gaston DuBois wird Präsident von Monsanto. Queeny wird
CEO und Vorsitzender.
Durch den Erwerb von 50 Prozent an den R.A. Graesser Chemical
Works in Ruabon (Wales), dem führenden Hersteller von
Phenol in Großbritannien, wird Monsanto zu einem internationalen
Unternehmen.
Das Verkaufsbüro in Chicago wird eröffnet. Zu
den ersten Geschäften, die das Büro in Chicago
abschließt, gehört ein Auftrag im Wert von US-$
29,00: Ein 100 Pfund schweres Fass Natriumsalizylat. Es
wird am 17. April 1921 an G.D. Searle & Co. geliefert,
einen 1888 gegründeten und im mittleren Westen der
USA ansässigen Hersteller und Händler von patentierten
Arzneimitteln, Elixiren und Kuren. Im selben Jahr werden
weitere Aufträge für Searle erledigt, unter anderem
die Lieferung eines ebenfalls 100 Pfund schweren Fass reiner
Azetylsalizylsäure, sprich: Aspirin. Monsanto wird
1985 Searle aufkaufen. 1921 Saccharin wird jetzt auch im Waliser Werk Ruabon produziert. 1920er Jahre Es werden aktive Anstrengungen unternommen, Produkte mithilfe
von Vertretungen zu exportieren, die Monsanto in vielen
Teilen der Welt repräsentieren. Schon 1923 hat Monsanto
China als riesigen potentiellen Markt erkannt. Da Transporte
nach China schwierig sind und Zucker schwer ist, wird Saccharin
selbstverständlich das erste, sehr erfolgreiche Exportprodukt.
Es wird in speziell entwickelten Ein-Pfund-Dosen verpackt.
"Da unsere Dosen hermetisch verschlossen waren und
sogar in Wasser getaucht werden konnten, hatte unser Saccharin
einen Vorteil gegenüber anderen Marken. Allerdings
erleichterten die Dosen auch den Schmuggel, der damals in
den Gewässern zwischen Hongkong und den chinesischen
Häfen üblich war." [Monsanto-Vertreter Herbert
M. Hodges, zitiert in: "Faith, Hope and $5000"
von Dan Forrestal, New York, 1977.] 1923 Als Folge der Nachkriegsrezession und der drückenden
Schulden, die aufgenommen wurden, um die Expansion des Unternehmens
sowie Akquisitionen während der Kriegszeit zu finanzieren,
kommt es zu einer Finanzkrise. Die National City Bank in
New York, der größte Geldgeber des Unternehmens,
besteht darauf, an Stelle von DuBois einen eigenen Vertreter
als Präsidenten einzusetzen. Der Vorsitzende Queeny
übernimmt im folgenden Jahr die Präsidentschaft. 1927
Lagerbestände werden zur Schuldentilgung öffentlich
verkauft. 1928 Queenys Sohn Edgar wird Präsident. Aufgrund eines
Krebsleidens geht John Queeny nach England, wo er sich um
den Aufbau
des Geschäfts kümmert. Seinem 30-jährigen
Sohn Edgar überträgt er die Verantwortung für
das Unternehmen. Edgar widmete sich nicht nur dem weiteren
Ausbau des Unternehmens, sondern auch seinen vielseitigen
anderen Interessen. Er hatte seine Karriere bei Monsanto
in der Werbeabteilung begonnen, blieb aber sein Leben lang
an Film und Fotografie interessiert. Er war mit Walt Disney
gut befreundet und produzierte viele Filme über Wildtiere
in Nordamerika und Afrika, die als Dokumentarfilme in Kinos
gezeigt wurden. Der Film "Prairie Wings" hat eine
Reihe von Preisen gewonnen. Ein Film über einen afrikanischen
Stamm wurde hingegen als anstößig empfunden und
durfte in New York nicht gezeigt werden. 1929
Edgar Queeny läutet die Expansionsära der Dreißigerjahre
mit dem Erwerb von Rubber Services Laboratories (Kautschukchemikalien)
in Akron (Ohio) und Nitro (West Virginia) und dem Erwerb
von Merrimac Chemical Co. in Massachusetts (Textilchemikalien,
Papier- und Lederherstellung) ein.
Seit dem 10. Oktober ist Monsanto Chemical Works an der
New Yorker Börse notiert.Die Börse schließt
an diesem Tag bei 77 3/4. Einen Monat später, nach
dem Schwarzen Freitag, dem großen Börsenkrach
vom 29. Oktober, schließt sie bei 47 1/2. 1930 Monsanto erwirbt die Southern Cross Chemical Co. Pty. Ltd.
in Melbourne (Australien). 1931 Graesser-Monsanto wird, nachdem die verbliebenen Graesser-Aktien
bereits 1928 erworben wurden, nun in Monsanto Chemicals
Ltd. umbenannt. 1932 Monsanto Canada Ltd. wird als Gemeinschaftsunternehmen
mit der ebenfalls in St. Louis ansässigen Firma Mallinckrodt
gegründet. Später wird Mallinckrodt von Monsanto
ausbezahlt. 1933 John F. Queeny stirbt in St. Louis. 1933 Die Monsanto Chemical Works ändern den Namen in Monsanto
Chemical Company. 1935 Monsanto erwirbt die Swann Corp. Dadurch steigt Monsanto
mit Phosphor- und Phosphatverbindungen in das Seifen- und
Waschmittelgeschäft ein. 1936 Monsanto erwirbt die Thomas & Hochwalt Laboratories
in Dayton (Ohio), die den Kern des Monsanto Central Research
bilden. Durch die Akquisition kommen der spätere Präsident
Charlie Thomas und der langjährige Vizepräsident
des Forschungsbereichs Carroll Hochwalt zu Monsanto. Monsanto
zählt in diesem Jahr 8.500 Aktionäre. 1936 In Tennessee wird Land mit phosphathaltigen Lagerstätten
gekauft. Dadurch kann Monsanto sein eigenes Phosphat abbauen. 1938 Monsanto erwirbt die Fiberloid Corp. und 50 Prozent von
Shawinigan Resins (die restlichen 50 Prozent werden 1963
erworben), die beide in Springfield (Massachusetts) ansässig
sind. Dadurch steigt Monsanto in das Kunststoff- und Harzgeschäft
ein. Fiberloid produziert Zelluloid, den ersten von Menschen
hergestellten Kunststoff und Vorläufer der Kunststoffzwischenschicht
Saflex. 1940 In Australien werden die Vertriebsaktivitäten verstärkt
und neue Vertriebsbüros eröffnet. << >>1940-1960
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