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Geschichte


Geschichte 1918-1940
Die Zwischenkriegszeit: Kautschukchemikalien und Phosphate

Im Jahr 2001 feiert Monsanto sein 100-jähriges Firmenjubiläum. Die Chronologie der Unternehmensentwicklung von Monsanto ist mit "Century Old, Brand New" (ein Jahrhundert alt und doch brandneu) überschrieben und gliedert sich in einzelne Abschnitte.

1919

Gaston DuBois wird Präsident von Monsanto. Queeny wird CEO und Vorsitzender.
Durch den Erwerb von 50 Prozent an den R.A. Graesser Chemical Works in Ruabon (Wales), dem führenden Hersteller von Phenol in Großbritannien, wird Monsanto zu einem internationalen Unternehmen.
Das Verkaufsbüro in Chicago wird eröffnet. Zu den ersten Geschäften, die das Büro in Chicago abschließt, gehört ein Auftrag im Wert von US-$ 29,00: Ein 100 Pfund schweres Fass Natriumsalizylat. Es wird am 17. April 1921 an G.D. Searle & Co. geliefert, einen 1888 gegründeten und im mittleren Westen der USA ansässigen Hersteller und Händler von patentierten Arzneimitteln, Elixiren und Kuren. Im selben Jahr werden weitere Aufträge für Searle erledigt, unter anderem die Lieferung eines ebenfalls 100 Pfund schweren Fass reiner Azetylsalizylsäure, sprich: Aspirin. Monsanto wird 1985 Searle aufkaufen.

1921

Saccharin wird jetzt auch im Waliser Werk Ruabon produziert.

1920er Jahre

Es werden aktive Anstrengungen unternommen, Produkte mithilfe von Vertretungen zu exportieren, die Monsanto in vielen Teilen der Welt repräsentieren. Schon 1923 hat Monsanto China als riesigen potentiellen Markt erkannt. Da Transporte nach China schwierig sind und Zucker schwer ist, wird Saccharin selbstverständlich das erste, sehr erfolgreiche Exportprodukt. Es wird in speziell entwickelten Ein-Pfund-Dosen verpackt. "Da unsere Dosen hermetisch verschlossen waren und sogar in Wasser getaucht werden konnten, hatte unser Saccharin einen Vorteil gegenüber anderen Marken. Allerdings erleichterten die Dosen auch den Schmuggel, der damals in den Gewässern zwischen Hongkong und den chinesischen Häfen üblich war." [Monsanto-Vertreter Herbert M. Hodges, zitiert in: "Faith, Hope and $5000" von Dan Forrestal, New York, 1977.]

1923

Als Folge der Nachkriegsrezession und der drückenden Schulden, die aufgenommen wurden, um die Expansion des Unternehmens sowie Akquisitionen während der Kriegszeit zu finanzieren, kommt es zu einer Finanzkrise. Die National City Bank in New York, der größte Geldgeber des Unternehmens, besteht darauf, an Stelle von DuBois einen eigenen Vertreter als Präsidenten einzusetzen. Der Vorsitzende Queeny übernimmt im folgenden Jahr die Präsidentschaft.

1927

Lagerbestände werden zur Schuldentilgung öffentlich verkauft.

1928

Queenys Sohn Edgar wird Präsident. Aufgrund eines Krebsleidens geht John Queeny nach England, wo er sich um den Aufbau des Geschäfts kümmert. Seinem 30-jährigen Sohn Edgar überträgt er die Verantwortung für das Unternehmen. Edgar widmete sich nicht nur dem weiteren Ausbau des Unternehmens, sondern auch seinen vielseitigen anderen Interessen. Er hatte seine Karriere bei Monsanto in der Werbeabteilung begonnen, blieb aber sein Leben lang an Film und Fotografie interessiert. Er war mit Walt Disney gut befreundet und produzierte viele Filme über Wildtiere in Nordamerika und Afrika, die als Dokumentarfilme in Kinos gezeigt wurden. Der Film "Prairie Wings" hat eine Reihe von Preisen gewonnen. Ein Film über einen afrikanischen Stamm wurde hingegen als anstößig empfunden und durfte in New York nicht gezeigt werden.

1929

Edgar Queeny läutet die Expansionsära der Dreißigerjahre mit dem Erwerb von Rubber Services Laboratories (Kautschukchemikalien) in Akron (Ohio) und Nitro (West Virginia) und dem Erwerb von Merrimac Chemical Co. in Massachusetts (Textilchemikalien, Papier- und Lederherstellung) ein.
Seit dem 10. Oktober ist Monsanto Chemical Works an der New Yorker Börse notiert.Die Börse schließt an diesem Tag bei 77 3/4. Einen Monat später, nach dem Schwarzen Freitag, dem großen Börsenkrach vom 29. Oktober, schließt sie bei 47 1/2.

1930

Monsanto erwirbt die Southern Cross Chemical Co. Pty. Ltd. in Melbourne (Australien).

1931

Graesser-Monsanto wird, nachdem die verbliebenen Graesser-Aktien bereits 1928 erworben wurden, nun in Monsanto Chemicals Ltd. umbenannt.

1932

Monsanto Canada Ltd. wird als Gemeinschaftsunternehmen mit der ebenfalls in St. Louis ansässigen Firma Mallinckrodt gegründet. Später wird Mallinckrodt von Monsanto ausbezahlt.

1933

John F. Queeny stirbt in St. Louis.

1933

Die Monsanto Chemical Works ändern den Namen in Monsanto Chemical Company.

1935

Monsanto erwirbt die Swann Corp. Dadurch steigt Monsanto mit Phosphor- und Phosphatverbindungen in das Seifen- und Waschmittelgeschäft ein.

1936

Monsanto erwirbt die Thomas & Hochwalt Laboratories in Dayton (Ohio), die den Kern des Monsanto Central Research bilden. Durch die Akquisition kommen der spätere Präsident Charlie Thomas und der langjährige Vizepräsident des Forschungsbereichs Carroll Hochwalt zu Monsanto. Monsanto zählt in diesem Jahr 8.500 Aktionäre.

1936

In Tennessee wird Land mit phosphathaltigen Lagerstätten gekauft. Dadurch kann Monsanto sein eigenes Phosphat abbauen.

1938

Monsanto erwirbt die Fiberloid Corp. und 50 Prozent von Shawinigan Resins (die restlichen 50 Prozent werden 1963 erworben), die beide in Springfield (Massachusetts) ansässig sind. Dadurch steigt Monsanto in das Kunststoff- und Harzgeschäft ein. Fiberloid produziert Zelluloid, den ersten von Menschen hergestellten Kunststoff und Vorläufer der Kunststoffzwischenschicht Saflex.

1940

In Australien werden die Vertriebsaktivitäten verstärkt und neue Vertriebsbüros eröffnet.

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